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Schluss mit Stäbchen

Tokio Nikko Chinesische Mauer

Oha, dies ist also nun der 20. und letzte Reisebericht, aber wie soll ich diese 6,5 unglaublichen Wochen in Japan und China nur zusammenfassen? Es waren auf jeden Fall andere Welten, verglichen mit Deutschland und auch untereinander sind die Gegensätze ennorm. Über beide Länder wusste ich nicht viel – und während Japan mich positiv überrascht hat, fand ich China eher abstoßend. Auch hier gibt es wunderschöne Ecken, aber das Land ist einfach sehr anstrengend (Trotzdem möchte ich die Erfahrungen nicht missen – China ist in der Welt nicht ganz unwichtig und man kann das Land nur verstehen, wenn man es erlebt hat, ansatzweise zumindest…).

Ich hoffe, dass ich Euch durch meine Berichte ein wenig auf meine Reise mitnehmen konnte. Mir hat das Schreiben auf jeden Fall Spaß gemacht und geholfen, die ganzen Eindrücke zu kanalisieren, die auf mich niedergeprasselt sind (und viele meiner Sätze werden jetzt beginnen mit „Also in Japan/China….“) ;)

Mao-Tor Buddha von Leshan Hongkong

Die Sachen sind gepackt und der Laptop wird jetzt zugeklappt! Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und das viele positive Feeback :) Es war mir ein Vergnügen, Euch zu unterhalten. Aber nicht umsonst habe ich auch Lehrerblut in mir, HEFTE RAUS, WIR SCHREIBEN EINEN TEST! Schauen wir mal, ob Ihr auch was gelernt habt (und es gibt auch was zu gewinnen, siehe unten):

Nur sechs der folgenden 14 Aussagen sind richtig. Welche?

a) In Japan trinkt man Grünen Tee, in China hauptsächlich schwarzen.
b) Schlange ist ein chinesisches Sternzeichen.
c) Geishas sucht man heutzutage in Japan vergeblich.
d) Der Buddha von Leshan ist der größte der Welt.
e) Es gibt 23 Milllionen mehr Frauen in China als Männer.
f) Auf eine ordentliche chinesische Obstplatte gehören Tomaten.
g) Die Japaner sind besessener vom Fotografieren als die Chinesen.
h) In vielen chinesischen Gebäuden gibt es keine achte Etage.
i) Kobe-Rind ist so lecker, weil die Rinder täglich massiert werden.
j) Japan und Hongkong sind tolle Reiseziele.
k) Mao-Souvenirs sind in China verboten.
l) Japaner sind leise und höflich, Chinesen laut und ungehobelt.
m) Hongkong ist sehr grün und hat viele Inseln.
n) Japanische Mädels haben O-Beine.

Für alle mit sechs richtigen Antworten gibt es Tee*, für alle anderen Teilnehmer auch**. ***

* Köstlicher Tee original aus China mitgeschleppt.
** Teebeutel von Lidl.
*** Es erfolgt kein Versand per Post, sondern nur persönliche Übergabe in kleinen Tüten verpackt an einer dunklen Ecke im Park.

Einsendungen bitte per Mail, Einsendeschluss ist der 23.11.2008, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, denn ich bin bestechlich.

Und jetzt bitte ich um Reintegration in die deutsche Gesellschaft (Das Spucken hab ich mir schon fast wieder abgewöhnt!) und zahlreiche Treffen zwecks Austausch von Informationen über die letzten Wochen bei Euch!

Es freut sich Christiane

Auflösung: Die richtigen Antworten sind natürlich b, d, f, j, l und m (und klar ist das subjektiv geprägt!).

Das Leben genießen!

Reiseinfos China

20 Uhr in Hongkong

Voller Vorfreude auf Hongkong bekam ich von einem Schulfreund, der vier Jahre hier gelebt hat, folgende Tipps, was ich in der Stadt neben der Touri-Highlights noch machen sollte:
- Auf die Insel Hainan fliegen (1:30 Stunden entfernt).
- Auf die Philippinen fliegen (2:40 Stunden).
- Nach Taiwan fliegen (1:30 Stunden).

Also nix wie weg aus Hongkong? Meine ängstliche Nachfrage wurde leider nicht beantwortet. Zum Glück haben sich aber meine literarischen Quellen als richtig erwiesen und ich hatte hier eine tolle Zeit und Ihr solltet Hongkong auf Eure Reiseliste setzen und beim nächsten Stopover ein paar Tage bleiben (Es hat doch nicht etwa irgendjemand den Rest von China notiert?!?). Hongkong ist auch China, aber auch nicht. Die über 150 Jahre als britische Kolonie hatten guten Einfluss und auch heute genießt die Stadt als Sonderverwaltungszone viel Autonomie.

Mit seiner herrlichen Skyline und dem und geschäftigen Treiben hat Hongkong auf jeden Fall etwas von New York und von den Fähren, die zwischen den Inseln pendeln (262 und eine Halbinsel), hat man eine tolle Aussicht.

Star Ferry über den Viktoria Harbour Blick vom Viktoria Peak Doppeldecker-Strassenbahn

Gegensätze Mittendrin Dämmerung

Meine Lieblingszeit hier ist allerdings 20 Uhr, dann startet „A Symphony of Lights“, die weltweit größte permanente Licht- und Soundshow, die 40 Gebäude auf beiden Seiten des Victoria Harbour einschließt, die mit Musikuntermalung für 20 Minuten in allen Regenbogenfarben um die Wette leuchten und blinken und Laserstrahlen in den Himmel schicken. Toll! (Fotos zeigen “nur” die Skyline bei Nacht.)

Blick nach Hongkong Island Jackie Chan Blick vom Victoria Peak

Interessant fand ich übrigens die halsbrecherische Weise, wie die Hochhäuser hier gebaut werden – mit Gerüsten aus Bambusstangen, die einfach mit Plastikschnüren miteinander verbunden werden!

Wolkenkratzer mit Bambus-Gerüst Arbeiter auf Bambus-Gerüst

Hat man genug von Großstadt, kann man übrigens den Wolkenkratzern innerhalb von 30 Minuten entfliehen, denn 75% von Hongkong sind Grünfläche und so gibt es tolle Berge und Wälder zum Wandern oder diverse Strände (das Klima hier ist subtropisch). An einem Strand wollte ein Typ meine Füße fotografieren „für ein wissenschaftliches Projekt“. NA SICHER und ich bin der Kaiser von China…

Strand von Lantau Buddha auf Lantau Kirchenruine auf Macao

Andere komische Typen kann man übrigens im Park direkt neben meinem Hotel beobachten. Hierher führen Vogelbesitzer Ihre kleinen Lieblinge in ihrem Bauer aus, damit diese sich auch mal mit anderen Vögeln unterhalten können. Sachen gibt’s… (und wieso sind diese Vogelbesitzer alle männlich, dumme Wortspiele mal ausgeschlossen?). Wer andere Haustiere bevorzugt, kann sich nebenan z.B. eine Tüte Fisch schnappen…

Vogelpark Fischmarkt

Findet es selbst heraus und kommt nach Hongkong! Ach, verdammt gut shoppen kann man hier übrigens auch noch (Wer kommt mich mit einem leeren Koffer abholen?). An allen Ecken locken bunte Werbetafeln (die höchste Leuchtreklamedichte, die ich je gesehen habe…).

Leuchtreklame in Mong Kok Markt in Mong Kok

Christiane, die sich über diesen krönenden Abschluss der Reise freut (Achtung, der letzte Artikel steht vor der Tür!)

Reiseinfos China

Was glaubst Du?

Ich bin eine Schlange und bevor Ihr mir einen doofen Kommentar dazu schreibt, schaut erstmal, welches nette Tier laut chinesischem Horoskop Ihr seid und welche Charaktereigenschaften das nach sich zieht (unter Beachtung der Tatsache, dass alle im selben Jahr geborenen angeblich gleich sind).

Chinesisches Horoskop

Als Horoskop-Schreiber hier muss man ganz schön aufpassen, dass sich das chinesische nicht mit dem anderen Horoskop widerspricht, das steht nämlich in der Zeitung direkt daneben. Auch sonst kann man hier in Hongkong allerlei zum Thema (Aber)glauben beobachten:

Willst Du wissen, was die Zukunft bringt? Dann befragt man hier nicht nur sein Horoskop, in Tempeln helfen auch gern Wahrsager. Oder man nimmt sich eine runde Schachtel mit 100 Holzstäben drin und schüttelt sie während des Betens solange, bis ein Stab herausfällt, der dann für ein bestimmtes Schicksal steht.

Zum Wahrsager

Tempel sind hier übrigens sehr leicht zu finden – einfach Richtung Rauchschwaden gehen. Der Chinese zündet zur Erhörung seiner Gebete die Räucherstäbchen entweder im 100er-Pack an, nimmt Riesen“stäbchen“ (das Foto kennen wir schon) oder in Hongkong auch gern ein Spirale, die 10 Tage brennt. Kein Wunder, dass die Arbeiter auf dem Gelände Mundschutz tragen!

Smogalarm im Tempel Räuchersäulen Räucherspiralen

Wie bereits erwähnt sind Brücken hier oft in Zickzackform, um das Böse nicht durchzulassen, das nämlich nur geradeaus gehen kann.

Zickzack-Brücke

Zeigt Dein Bett in Richtung Tür? Kein Wunder, dass Du nicht schlafen kannst! Das ist nämlich schlechtes Feng Shui (wörtlich „Wind und Wasser“, die richtige Anordnung von Objekten in Harmonie mit der Natur), denn so werden Tote aus dem Raum getragen. Also Bett umstellen!

Hongkong ist die Hochburg des Feng Shui, denn viele Meister wanderten wegen des Verbotes der Lehre durch Mao hierher aus. So kann man zum Beispiel dieses Haus bewundern:

Haus mit gutem Feng Shui

Das Loch dient nicht etwa der Dekoration, sondern soll dem Drachen, der im Berg hinter dem Haus lebt, freien Zugang zum Meer vor dem Haus ermöglichen. Denn gerade feuerspeiende Drachen müssen ab und zu was trinken, sonst werden sie böse!

In Hongkong wird quasi nichts gebaut, ohne einen der über zehntausend Feng Shui-Berater zu konsultieren, das kann man auch an der Liste von Disneyland Hongkong sehen, die ihren Haupteingang für maximale Energie- und Besucherströme extra nochmal um 12 Grad gedreht haben. Auch andere wichtige Regeln wurden beachtet, z.B. zu Zahlen und Farben:

Wer in Hongkong in der dritten Etage auf die Rolltreppe steigt, kommt auf der fünften Etage raus:

Etagen 2, 3 und 5

Die Zahl „Vier“ klingt auf Chinesisch nämlich so ähnlich wie „Tod“ und wird daher tunlichst vermieden (die arme Vier, ich find es eine schöne Zahl!). Sehr hoch angesehen ist dafür die Acht (ähnlich „Reichtum“ – die Olympischen Spiele begannen daher am 08.08.08 und tausende Chinesen haben sich an diesem Tag das Ja-Wort gegeben (z.B. im Großen Sall in Disneyland auf 888 Quadratmetern). Mehr zur Bedeutung von Zahlen

Wer übrigens in China nach Preisen fragt und denkt, er könne die Antwort in Zeichensprache verstehen, irrt sich (wie wir merken mussten), z.B. stehen überkreuzte Zeigefinger für „Zehn“, Daumen und Zeigefinger gespreizt bedeutet „Acht“ usw.). Uff!

Die Lieblingsfarbe der Chinesen ist Rot (meine auch!), denn sie steht für Freude, Glück und Wohlstand. Man sieht Rot überall, auch alle Glücksbringer haben rote Bänder und Schleifen und in der Zeitung wird zum Beispiel betont, dass Staatsmänner bei einem Treffen rote Krawatten trugen und Vereinbarungen in roten Mappen unterzeichnet haben (und zwar acht). Bei Trauerfeiern trägt man hier Weiß und grüne Hüte wird man hier bei Männern vergeblich suchen (da sie früher bedeuteten, dass sie Zuhälter und ihre Frauen Prostituierte sind) und so kann man auch im Disneyland keine grünen Caps kaufen, ebensowenig wie Uhren („eine Uhr geben“ klingt fast genauso wie „zu einer Beerdigung gehen“). Mehr zur Bedeutung der Farben

Du suchst in China eine Bank? Dann halte Ausschau nach Löwen, denn diese stehen als Bewacher des Geldes immer vor dem Eingang (sonst würde kein Chinese dieser Bank sein Geld anvertrauen):

Löwen vor einer Bankfiliale

Beim Essen achten die Chinesen sehr auf das Gleichgewicht von Yin & Yang (sauer und süß, heiß und kalt, Wasser und Feuer) und natürlich ziehen sich diese beiden, sich gegensätzlichen und ergänzenden Prinzipien auch durch alle anderen Bereiche des Lebens (weiblich und männlich, hell und dunkel, Himmel und Erde, Leben und Tod, Trauer und Glück usw.).

Yin und Yang

Es geht Dir nicht gut? Auch hier kann Dir leicht geholfen werden. Die Händler in Hongkong bieten allerlei Heil- und Potenzmittelchen an, von „harmlosen“ Dingen wie Schildkrötenpanzern, Vogelnestern und getrockneten Echsen bis hin zu Hirschembrios und Dinosaurierzähnen (und das sind nur die Dinger, die ich gesehen habe!). Da wird man doch schon beim Anblick wieder gesund, oder?

Echsen im Doppelpack Dinosaurierzähne Hirschembrios Medizin

In diesem Sinne immer eine gute Gesundheit wünscht Euch

Christiane

Reiseinfos China

Verboten!

Hallo Ihr Lieben,

ich bin wieder versöhnt mit der Welt, Hongkong ist wunderbar und ein guter Abschluss für meine Reise (Nicole hat mich schon Richtung Stockholm verlassen! Ich sag Euch, ich war heilfroh, in diesem verrückten Land nicht allein zu sein). Aber in dieser echten Weltstadt sind endlich wieder zivilisierte Menschen und im Gegensatz zu „Festland-China“ fühlt man sich auch gleich viel freier.

Das fängt schon damit an, dass ich endlich wieder ohne faule Umwege auf meinen Blog zugreifen kann. Das mag für Euch schlecht nachvollziehbar sein, aber für mich war das ein großer Schock. Ich dachte, es werden nur sehr radikale systemkritische Seiten gesperrt, die mich eh nicht interessieren. Aber gleich die erste URL, die ich eingegeben habe und alle Blogs, das ist schon krass.

Weiter geht es damit, dass alle E-Mails gescannt werden (Postkarten sicher auch, also wundert Euch nicht, wenn keine ankommt), die Freundin einer Mitreisenden bekam beispielsweise eine Ihrer E-Mails als Ausdruck vorgelegt, als sie irgendwas beantragen wollte).

Lonely Planets kann man hier (wenn überhaupt) nur mit geschwärzten Stellen kaufen (es werden einige kritische Themen wie Tibet kurz erwähnt). An manchen Grenzen werden die Bücher gar direkt konfisziert. (!!) Und so ohne Reiseführer steht man als selbstorganisierter Reisender echt hilflos da…

Zwar wird behauptet, die Presse wäre frei, aber mit all dem wird natürlich Angst geschürt und das führt alles zu einer Selbstzensur, d.h. man sieht davon ab, Kritisches zu schreiben (selbst ich habe das schon gemerkt).

Zeitungsleser auf der StraßeIch habe außerhalb Hongkongs nur einmal eine Zeitung gelesen, die war voller Wischiwaschi, wie toll China doch sei. Beispielsweise wurde geschrieben, wie super die Chinesen beim Peking-Marathon abgeschnitten haben. Dass aber wahre Weltstars wie Haile Gebrselassie sich jedoch weigern, wegen des Smogs hier überhaupt anzutreten, bleibt unerwähnt. Zum Thema Umwelt stand ein paar Seiten weiter nur, dass China bei einer Konferenz den anderen Staaten erstmal erklärt hat, dass ihr CO2-Ausstoß pro Kopf viel geringer sei (kein Wunder) und sie sich daher gar nichts sagen lassen (der Smog ist wirklich, wirklich schlimm in Chinas Städten, siehe Foto von Peking). Und und und…

Quasi alle öffentlichen Orte, Straßen usw. sind videoüberwacht. Überall gibt es Polizisten, Soldaten oder sonstige Ordnungskräfte (auf den Autobahnen auch gern mal aus Pappe, was besonders im Dunkeln gruselig ist).

Mehrmals haben wir übrigens gesehen, wie das Personal z.B. in Restaurants oder am Flughafen die Schicht startet. Alle müssen in ihrer Uniform antreten (im Gleichschritt einmarschieren), die Namen werden kontrolliert und dann werden sie erstmal vom Chef mit lauter Stimme eingenordet (allerdings ist dann auch die Servicequalität ausnahmsweise gut).

Insgesamt fand ich das alles wirklich beklemmmend und ich bin froh, dass ich nicht in einem solchen Land leben muss (vielleicht ein später Einblick in das Leben in der DDR?). Nach Außen wollen sie natürlich glänzen (Bei den Olympischen Spielen war noch nicht mal das Wetter echt).

Nun ist es sicher nicht so leicht, ein so riesiges Land zu regieren und den Sack Flöhe zu hüten – daran haben sich ja einige Staatsmänner schon mehr oder weniger erfolgreich dran versucht (vor Maos Mumie fallen die Menschen aber immer noch auf die Knie und der Mao-Kult ist ungebrochen).

Mao fürs Wohnzimmer Jetzt Mao zum Sonderpreis! Mao-Uhr (Hand bewegt sich im Sekundentakt)

So langsam haben die Oberen übrigens auch mal mitbekommen, dass das Benehmen ihrer Leute zu wünschen übrig lässt und versuchen es mit allerlei Erziehungsmaßnahmen. So stehen an jeder größeren Kreuzung „Ampelmännchen“, die den Autofahrern mit Fahne und Pfeife erklären, dass man bei Rot zu halten hat (es gibt auch Werbespots im TV dazu). Die chaotische Verkehrssituation hatte ich ja schon erwähnt, das Ganze funktioniert aber erstaunlich gut und die Autos haben keine Beulen.

Bei Rot bleibe stehn... Alles verboten Verkehrschaos

In Parks usw. stehen alle paar Meter Verbotsschilder für alles Mögliche. Einige sind auch mehr oder weniger gut ins Englische übersetzt, was teilweise sehr witzig und nicht immer verständlich ist. In einem Hotelzimmer stand beispielsweise auch „Please tell staff if you want to clean the room.“. Och lass mal… Beliebt sind auch Buchstabendreher oder -fehler – aber schaut selbst:

Do not pool Love me
See to the fire Protect

Wildlife is not food Recyclable

Supermarket Museum

Und hier noch meine beiden Lieblingsschilder, Feuerlöscher in “Chinglisch” und ein sehr überzeugendes Warnschild :)

Fireextinguisher Achtung Steinschlag

Getreu dem Sprichwort „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ werden in China übrigens Hotelzimmer beim Checkout direkt überprüft, (verständlich, wenn man mal den Saustall gesehen hat, den Chinesen gern hinterlassen). Ebenfalls wird am Flughafen sichergestellt, ob man auch das richtige Gepäck vom Band genommen hat.

Last but not least soll das Thema Geburtenkontrolle erwähnt werden. Die Tatsache, dass jedes Paar hier seit 1979 nur ein Kind haben darf, ist hier eine große Sache und wurde uns gegenüber auch von mehreren Chinesen thematisiert (aber nicht negativ). Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und so liegt heute die durchschnittliche Geburtenrate bei 1,7 (gesunken von 5 in den 70er Jahren). Ethnische Minderheiten dürfen beispielsweise mehr Kinder bekommen und mit rund 10.000 Euro „Strafe“ ist auch jeder andere herzlich dazu eingeladen.

Neben diverser Vorteile gibt es natürlich auch zahlreiche negative Seiten, z.B. das Rentenproblem oder die Tatsache, dass es heute schon 23 Millionen mehr Männer als Frauen gibt, weil weibliche Babys nicht so beliebt sind. Aber das ist eigentlich ein Thema für sich, für weitere Lektüre empfehle ich den Wikipedia-Artikel (ausführlicher auf Englisch). Und keine Angst, China wächst weiterhin mit 10 Millionen Chinesen pro Jahr.

Freut sich Christiane, die jetzt wieder in den Hotelpool springt juchuuuu

P.S. Hier sei auch endlich aufgeklärt, woher deutsche Startups Inspiration für Ihre Namen bekommen: auf chinesischen Busbahnhöfen!

www.dawanda.de www.xing.de

Reiseinfos China

Liebe Leser,

heute gibt es keine ekeligen und langen Berichte, sondern viele schöne Fotos aus Yunnan, der südwestlichsten Provinz Chinas. Hier war es wirklich angenehm – die Städte sind nicht ganz so groß und je weiter man nach Süden kommt, umso bergiger und grüner wird es. Ganz toll waren die Reisterrassen rund um Yuanyang, deren Anblick wir uns nach acht Stunden Busfahrt mit spuckenden und quarzenden Chinesen redlich verdient hatten :)

Reisterrassen bei Sonnenaufgang

In Yunnan leben die meisten ethnischen Minderheiten Chinas (2/3 der Chinesen sind sogenannte Han-Chinesen), die sich eine starke lokale Identität bewahrt haben. Tief in den Bergen tragen sie heute noch täglich ihre Tracht und beackern die Felder mit Wasserbüffeln und bringen die Ernte mit dem Korb auf dem Rücken zum Markt (das Handy jedoch griffbereit).

Frauen auf dem Markt

Die Häuser und Dörfer sind einfach und als Ausländer ist man hier noch mehr Attraktion als woanders (aber auf angenehmere Art). Besonders von den Kindern wurden wir schnell umringt, deren „Byebye“ wir noch Kilometer weiter hören konnten :)

Mit Schulkindern im Dorf

Aber genug der Worte, ich lasse Bilder sprechen!

Bis bald aus Hongkong, meiner letzten Reiseetappe :)

Christiane

Reiseinfos China

Flambierter Hund

Ni-Hao,

heute soll es ums Essen in China gehen und reden wir nicht lange um den heißen Hund herum, hier isser:

Hund am Spieß

Ja ich weiß, es ist furchtbar (I did warn you Marjo NOT to read this one) und ich hab mich ernsthaft erschrocken, als ich entdeckt habe, was da flambiert wird – aber ganz ehrlich – darauf haben wir doch alle gewartet, oder? Gesehen hab ich das Ganze in Yunnan im Süden Chinas (mehr zur Region im nächsten Artikel), aber andere Reisende haben auch in Peking Hund auf der Speisekarte entdeckt. :-/

Verhungern werd ich auch in China nicht und wir haben hier schon sehr lecker gegessen (leider auch schon den Magen verdorben), aber empfindliche Menschen wie ich dürfen oft nicht so genau hinschauen, was in Garküchen an der Straße und Restaurants so angeboten wird. Bisher schon gesehen: Seepferdchen und Seesterne, Schlange, Skorpion, Käfer, Würmer, Schildkröte, Frösche sowie generell alle internen und externen Teile aller üblichen Tiere.

Garküchen in Peking

Aus dem Chilli Chicken auf dem nächsten Foto hat ein Reisender beispielsweise zuerst einen Hühnerfuß gefischt und dann den Kopf , der auch noch mit rumschwamm *würg* – zum Glück haben alle darauf verzichtet, den zu essen… (also den Kopf, an dem Fuß hat jemand genagt und ICH war es nicht!!)

Hühnerfuß

Man muss die Chinesen allerdings verstehen, gebeutelt von schlimmen Krisen und Hungersnöten hat man hier einfach gelernt, ALLES zu verwerten. Und um so viele Mäuler zu stopfen (es geht mal wieder um die 1,3 Milliarden), müssen auch heutzutage Unmengen an Lebensmitteln importiert werden. Brachliegende Flächen gibt es hier quasi nicht – außerhalb der Städte findet man entweder tausende von Gewächshäusern oder viele kleine Felder, die von Bauern mühsam beackert werden.

Gewächshäuser

25 Millionen Bäume werden hier jedes Jahr zu 45 Milliarden Essstäbchen verarbeitet – unglaublich.

Gegessen wird hier mit hörbarer Leidenschaft – schmatzend, schlürfend und mit offenem Mund kauend (auch das ist als Außenstehender schwer erträglich). Essensreste werden einfach neben den Stuhl gespuckt (Teppich und Stofftischdecken in Restaurants sind hier undenkbar).

Getrunken wird fast ausschließlich Grüner Tee .

Grüner Tee im Supermarkt

Ich habe ja schon berichtet, dass viele Chinesen permanent eine Glasflasche mit Teeblättern mit sich rumtragen, die dann immer wieder aufgegossen wird (heißes Wasser gehört zur Standardausstattung in jedem Hotel und die Wasserspender an öffentlichen Orten haben ebenfalls immer eine Seite für heißes Wasser).

Als alkoholisches Getränk ist Bier ganz weit vorn und das ist den Deutschen zu verdanken, die Ende des 19. Jahrhunderts die Stadt Qingdao besetzten und unter anderem eine Brauerei gründeten. Hier gibt es ein schönes Werbeplakat dazu:

Bierwerbung

Und weitere Fotos rund ums Essen wieder per Slideshow:

Ich wünsche Euch Lederhosenträgern daheim einen guten Appetit!

Christiane

Nachtrag: Heute hatten wir “tibetischen Buttertee”, seeeehr gewöhnungsbedürftig. Schmeckt und riecht wie Gorgonzola… “Chinesische Medizin” ist dafür interessant, da Pflaumenschnaps ;)

Reiseinfos China

Alles muss raus! (Igitt)

Liebe Leser, heute wird es ekelig und sensible Gemüter sollten besser nicht weiterlesen (für Fans von Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ könnte es jedoch zu langweilig werden). Aber keine Angst, es gibt zu diesem Artikel nur wenige Fotos und die sind ok :)

Die Chinesen halten sich ja für den Mittelpunkt der Welt und waren sicher mal eine Hochkultur, das ist jedoch schon lange, lange her. Heute kann man ihr Benehmen nur als unkultiviert und EKELHAFT bezeichnen und den Kulturschock im Vergleich zu Japan habe ich auch nach zwei Wochen noch nicht ansatzweise überwunden. Hier mal zwei einleitende Fotos zum Vergleich beider Länder:

Die Japaner (wir erinnern uns):

So schlafen Japaner

Die Chinesen:

So schlafen Chinesen

Und gleich noch eins hinterher, wieder zuerst Japan (die Hightech-Toilette):

Japanische Toilette

Und die Chinesen:

Toilette in China

Ja, auch das ist eine Toilette und zwar eine recht tolle, sie nämlich Türen! Es gibt auch öffentliche Toiletten ohne Türen und mit vernachlässigbaren Zwischenwänden – hat jemand was zu verbergen oder was? Ich glaube, einen „Westler“ hat man noch nicht wirklich in so einer Toilette gesehen, sie kommen nach 0,3 Sekunden wieder rückwärts aus der Eingangstür geschossen…

Jungen Eltern, die keine Lust auf Windelnwechseln haben oder Geld sparen wollen, biete ich das Mitbringen einer chinesischen Babyhose an. Diese lassen den Po gleich frei, so dass Geschäfte spontan an jeder Ecke verrichtet werden können, z.B. auch auf dem Gang eines Reisebusses, wie jemand zu berichten wusste.

Babyhosen mit Lüftung

Dabei sind die Chinesen wirklich SEHR reinliche Leute, die sogar das Körperinnere aufräumen. Und zwar durch intensives Hochziehen von Schleim tief aus dem Rachen, mit anschließendem geräuschvollen Rotzens auf die Straße. Oder halt dorthin, wo man gerade ist – zum Beispiel im Restaurant eines 4-Sterne-Hotels. Dieser Mann am Nachbartisch hat auch gleich noch seine Nase „geputzt“ (Nasenlöcher abwechselnd zuhalten und auf den Boden schnauben).

SAG ICH JA, ES IST ABSOLUT WIDERLICH!!! Nicole und ich schütteln uns abwechselnd vor Ekel und vor Lachen, weil die Situationen oft einfach zu absurd sind. Auch Frauen spucken auf die Straße, ebenso wie rülpsen, furzen und was weiß ich. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass die Asiaten umgekehrt Naseputzen mit dem Taschentuch und das anschließende Rumtragen desselben ekelhaft finden (ausserdem scheinen sie nie schlecht zu riechen und es liegen keine Hundehaufen auf der Straße wie in Berlin.)

Auch die Ohren hält man rein, neben den Teehäusern in Chengdu haben diese Männer mit Grubenlampen und langen Metallstäben ihren Service angeboten:

Ohrenputzer in Chengdu

Wirklich schöne Zähne haben die Chinesen auch nicht – ob sie keine Lust haben, sich beim Zahnarzt im Schaufenster behandeln zu lassen?

Zahnarztstuhl mit Ausblick

Wer zeigen will, dass er was Besseres ist und nicht auf dem Feld arbeiten muss, hat als Frau eine schöne blasse Haut (alle Cremes hier enthalten Bleichmittel). Und als Mann? Trägt man die Fingernägel lang, besonders gern als Taxifahrer. Wenigstens der kleine Nagel steht dann 1cm über die Fingerkuppe (und ist gelb und ekelig).

Last but not least wieder ein Vergleich mit Japan. Während man sich hier anhand von Bodenmarkierungen brav sogar für die U-Bahn in die Schlage stellt, sind die Chinesen eine einzige drängelnde Masse , im Flieger gibt es wahre Wettbewerbe, wer es von ganz hinten zuerst rausschafft und dabei möglichst viele Rempler verteilt. Entschuldigungen darf man natürlich nicht erwarten, das Land des Lächelns ist es hier eh nicht. Man ist nur einer unter 1,3 Mrd. und muss sich ohne Rücksicht auf Verluste seinen Platz erkämpfen.

Um ein Fazit zu ziehen, glaube ich, dass die Chinesen mit ihrem bäuerlichen Benehmen mehr Spaß im Leben haben als die Japaner mit ihren strengen Regeln. Als Tourist ziehe ich die Japaner eindeutig vor. Nichtsdestotrotz möchte ich im nächsten Leben WEDER als Japaner NOCH als Chinese wiedergeboren werden.

Christiane, die gern deutsch ist :)

P.S. Die Chinesen essen natürlich auch wie die Ferkel, aber zum Thema “Essen” gibt es später noch einen Extrablog…

Reiseinfos China

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